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Im Hamburger Stadtteil Ohlsdorf befindet sich der Friedhof Ohlsdorf. Es handelt sich dabei um den weltweit größten Parkfriedhof mit einer Fläche von fast 390 Hektar. Dies ergibt einen Umfang von ca. 11,5 Kilometer.

Eröffnet wurde der Friedhof, der früher als „Hauptfriedhof Ohlsdorf“ bezeichnet wurde, im Jahr 1877. Seitdem wurden mehr als 1,4 Millionen Menschen beigesetzt.

Wie erwähnt, handelt es sich um einen Parkfriedhof. Das bedeutet, dass der gesamte Friedhof eher einem Park ähnelt. Durch den reichen Baumbestand gibt es hier viele schattige Flächen, aber auch sonnige Bereiche. Ebenso zeichnet sich das Gelände durch seine zahlreichen historischen Bauwerke und Denkmäler sowie durch die natürlichen Wasserläufe und Teiche aus, die sich auf dem Areal befinden.

Die Wege führen allesamt gerade durch den Park, sodass eine Art Schachbrettmuster entstanden ist.

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Olsdorfer Friedhof gestern und heute

Ab 1870 wurden die ersten Planungen für den Friedhof Ohlsdorf in Angriff genommen. Nachdem die Toten zunächst in Gruften und Begräbnisplätzen beerdigt wurden, wurde im Jahr 1812 verboten, die Toten in der Stadt zu beerdigen. Deshalb wurden um Hamburg herum verschiedene Friedhöfe eröffnet, die jedoch aufgrund der enorm schnell ansteigenden Bevölkerungsdichte bald zu klein wurden. So plante man ab 1870 den Friedhof Ohlsdorf, der zum ersten Großfriedhof der Hansestadt Hamburg werden sollte.

Schon damals stand fest, dass es sich um einen parkartigen Friedhof handeln sollte, es aber gleichzeitig möglich sein sollte, Architektur zu integrieren.

Eröffnet wurde der Friedhof im Jahr 1877. Im Rahmen der Feierlichkeiten wurden die ersten drei Beerdigungen abgehalten. Das war ein Meilenstein in der Friedhofsgeschichte, denn eigentlich hätten sich die Angehörigen keine Bestattung in einem Einzelgrab leisten können. Die neue Friedhofspolitik sah jedoch erheblich günstigere Preise vor, sodass sich von nun an jeder die Bestattung in einem Einzelgrab leisten können sollte.

Zunächst wurden das Bauernhaus des ersten Besitzers Hein Hinrich Schwen als Kapelle und die dazugehörige Scheune als Leichenaufbewahrungshalle verwendet. Dies endete jedoch im Jahr 1896, als das Haus abgerissen wurde, um an dieser Stelle den heutigen Haupteingang zu errichten.

Nachdem der Friedhof ursprünglich recht klein war, kamen im Laufe der Jahre zahlreiche weitere Flächen hinzu, die dafür sorgten, dass es sich heute um den größten Parkfriedhof der Welt handelt. Seit dem Jahr 1930 wurde der Friedhof jedoch nicht mehr erweitert. Seitdem wird lediglich das Innere immer wieder verändert und auf einem modernen Stand gehalten. Dies gilt auch für die rund 202.000 Grabstätten, die sich hier befinden.

Während die Gräber am Anfang noch individuell geschmückt werden konnten, ist dies heute nicht mehr möglich. Es gibt diverse Beschränkungen, die hinsichtlich der Grabgestaltung eingehalten werden müssen.

Jedoch kamen verschiedene Grabarten hinzu. So gibt es heute längst nicht mehr nur Einzelgräber, sondern auch Familiengräber, Urnengräber, Rasengräber, anonyme Haine für Urnen und Urnengräber unter Bäumen.

Seit dem Jahr 2015 werden die Beisetzungsflächen wieder deutlich verringert, sodass sie inzwischen nur noch etwa die Hälfte der gesamten Parkfläche einnehmen.

Die Struktur des Ohlsdorfer Friedhofs

Der Ohlsdorfer Friedhof unterteilt sich in zahlreiche Bereiche. Zu diesen gehört beispielsweise der Cordesteil, dessen Stil sich an einem englischen Landschaftsgarten orientiert. Dort befinden sich verschiedene Familiengrabanlagen. Diese wurden errichtet, da es zur Zeit der Eröffnung auch den ärmeren Menschen möglich sein sollte, Einzelgrabstätten zu errichten. Im Gegenzug wurden für die wohlhabenderen Hamburger Familien Familiengrabanlagen errichtet, die getrennt von den anderen angelegt wurden.

Ein weiterer Bereich ist der Althamburgische Gedächtnisfriedhof, der in den Jahren 1896 bis 1905 gegenüber des Haupteinganges errichtet wurde. Damals erhielt er den Namen „Ehrenfriedhof“. In diesem Teil findet sich vor allem der Barockstil wieder, der dafür sorgt, dass die Wege symmetrisch und von geraden Eiben eingerahmt sind. In diesem Bereich befinden sich unter anderem der „Garten der Frauen“ sowie der „Rosengarten“.

Einen weiteren Bereich bildet der Jüdische Friedhof Ilandkoppel, der zur deutsch-israelischen Gemeinde gehört. Bei diesem Teil musste man jedoch anders planen, denn die jüdische Religion sieht eine Bestattung auf Ewigkeit vor, während alle anderen Grabstätten lediglich auf Zeit verwendet werden.

Im Osten des Friedhofs befindet sich der sogenannte „Linneteil“, der durch Otto Linne konzipiert wurde. Dieser Teil ist sachlich und funktional angelegt. Hier befanden sich die Kapellen 9 und 10, die im Jahr 1918 erbaut wurden. Es handelte sich dabei um Notkapellen. Während die Kapelle 9 noch steht, brannte die Kapelle 10 jedoch im Jahr 1980 ab. Auf dem Linneteil befinden sich Grabstätten verschiedener Religionen.

Ein weiterer Teil des Friedhofs ist das Grabmal-Freilichtmuseum, welches Grabmale der verschiedenen geschlossenen Hamburger Friedhöfe ausstellt. Dort werden neben Familiengrabsteinen auch Gruftplatten zur Schau gestellt.

Bauwerke auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Insgesamt gibt es auf dem Ohlsdorfer Friedhof 12 Kapellen, die jeweils von bestimmten Grabflächen umgeben sind. Das macht es möglich, mehrere Bestattungen zur selben Zeit vorzunehmen, denn jährlich finden rund 4.500 Beisetzungen statt.

Die Kapellen mit den Nummern 1 bis 8 liegen im westlichen Teil des Friedhofs, also in dem alten Teil. Die Kapellen mit den Nummern 9 bis 13 liegen im östlichen Teil, der relativ neu hinzugekommen ist.

Die Kapelle 5 brannte im Jahr 1940 ab und wurde nicht ersetzt, weshalb es zwar 12 Kapellen, aber 13 Nummern gibt.

Das Besondere an den Kapellen ist, dass sie allesamt große architektonische Unterschiede aufweisen.

  • Kapelle 1 wurde im Jahr 1880 errichtet und später komplett erneuert, da es sich zunächst um einen Holzbau handelte.
  • Kapelle 2 wurde im Jahr 1886 errichtet und ist das älteste Steingebäude auf dem Friedhof.
  • Kapelle 3, die im Jahr 1984 erbaut wurde, ist die kleinste Kapelle auf dem Friedhof
  • Kapelle 4 wurde im Jahr 1898 erbaut.
  • Kapelle 5 brannte im Jahr 1940 ab.
  • Kapelle 6 wurde im Jahr 1905 gebaut. Sie wird inzwischen nicht mehr für Beisetzungen genutzt.
  • Kapelle 7 wurde in den Jahren 1907 und 1908 erbaut.
  • Kapelle 8 wurde im Jahr 1998 saniert. Es handelt sich um das erste Kolumbarium.
  • Kapelle 9 wurde 1918 als Notkapelle erbaut.
  • Kapelle 10 war eine Notkapelle aus Holz, die im Jahr 1980 abbrannte und im Jahr 1983 neu errichtet wurde.
  • Kapelle 11 wurde in den Jahren 1950 und 1951 gebaut.
  • Kapelle 12 wurde 1923 eingeweiht und in den Jahren 1986 und 1986 komplett saniert.
  • Kapelle 13 wurde im Jahr 1929 eröffnet.

Auf dem Ohlsdorfer Friedhof befinden sich zudem zahlreiche Mausoleen. Sie liegen jedoch alle auf dem Cordesteil. Die ersten der 21 Mausoleen wurden in den Jahren 1887 bis 1926 errichtet.

Mausoleen auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Die Mausoleen selbst sind entweder Grabkapellen, Säulenhallen oder Gruften.

Zu den Mausoleen gehören:

  • Mausoleum Braun
  • Mausoleum Campe
  • Gruft Cazalli
  • Grabkapelle Friedrich
  • Mausoleum Gundlach
  • Mausoleum Hoefele
  • Mausoleum Höpfner
  • Mausoleum Jenisch
  • Mausoleum Nugent
  • Mausoleum August Freiherr von Ohlendorff
  • Mausoleum Heinrich Freiherr von Ohlendorff
  • Mausoleum Ortlepp/Froböse
  • Mausoleum Hegel/Peper
  • Grabkapelle Philipp
  • Mausoleum von Puttkamer/Heymann
  • Mausoleum Riedemann
  • Mausoleum Ritterbusch
  • Mausoleum Sanne
  • Mausoleum Schacht
  • Mausoleum Schreiter
  • Mausoleum von Schröder
  • Grabkapelle Schütt
  • Mausoleum Stupakoff
  • Mausoleum Trumm
  • Mausoleum auf dem Lippertplatz
  • Mausoleum de Libero

Krematorien auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Auf dem Friedhof gibt es zwei Krematorien, von denen sich eines am Haupteingang befindet. Beide verfügen zudem über eine Feierhalle. Umgesetzt wurden die Krematorien nach Plänen von Fritz Schumacher.

Inzwischen werden die Krematorien auf dem Ohlsdorfer Friedhof nicht mehr genutzt, da sie die aktuellen Emissionsnormen nicht erfüllen können. Die Trauerhallen sind jedoch weiterhin im Einsatz.

Wasserturm auf dem Friedhof Ohlsdorf

Auf dem Friedhof befindet sich zudem ein ehemaliger Wasserturm, der im Jahr 1898 errichtet wurde. Er liegt direkt an der Cordes-Allee. Der Wasserturm ist 34 Meter hoch und hat eine Nutzhöhe von 18 Metern. Heute wird er jedoch nicht mehr verwendet.

Gedenk- und Kriegsgräberstätten auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Auf dem gesamten Gelände des Ohlsdorfer Friedhofs gibt es verschiedene Kriegsgräber- und Gedenkstätten, unter anderem für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Beispielsweise befinden sich hier Gräber von Soldaten, die im Ersten und im Zweiten Weltkrieg gefallen sind. Für die Opfer des Nationalsozialismus wurden insgesamt 6 Gedenkstätten errichtet. Hierzu gehören:

  • Die Erinnerungsspirale im Garten der Frauen
  • Die Gedenkstätte für die Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten
  • Das Gräberfeld für Opfer aus dem Ausland
  • Das Ehrenfeld Hamburger Widerstandskämpfer
  • Das Mahnmal für die Opfer des Feuersturms
  • Der Ehrenhain für die Widerstandskämpfer Hamburgs

Denkmäler auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Neben den zahlreichen Grabstätten und Bauten befinden sich auf dem Ohlsdorfer Friedhof zudem zahlreiche Denkmäler, darunter beispielsweise das Linne-Denkmal und das Denkmal zum Ersten und Zweiten Weltkrieg, welches sich in der Nähe der 9. Kapelle befindet.

Friedhofsmuseum und Führungen über den Friedhof

Auf dem Gelände befindet sich ein Friedhofsmuseum, welches Einblicke in die Geschichte des größten Parkfriedhofs der Welt gibt. Geleitet wird es vom Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e. V. Sie haben die Möglichkeit, das Museum zu besuchen oder an einer Führung über den Ohlsdorfer Friedhof teilzunehmen. Unter anderem finden hier Märchenspaziergänge zum Thema „Tod“ statt.

Quelle: Wikipedia

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