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Bei der Vierlande handelt es sich um ein Gebiet, welches im Hamburger Bezirk Bergedorf liegt und eine Größe von rund 77 Quadratkilometern hat. In der Vierlande leben ca. 18.400 Menschen.

Die Vierlande setzt sich aus insgesamt vier Stadtteilen zusammen, wodurch dieser Name entstanden ist. Hierzu gehören neben Neuengamme und Kirchwerder auch Curslack und Altengamme.

Im Rahmen einer offiziellen Urkunde wurde die Vierlande zum ersten Mal im Jahr 1548 erwähnt, damals allerdings noch unter dem Namen „Vehrlande“.

Vierlande gestern und heute

Die Vierlande war ein Gebiet, welches vor allem von Bauern besiedelt wurde. Jedoch stand die Vierlande im Laufe der Jahre unter verschiedenen Herrschaften. So gehörte sie beispielsweise ab dem 12. Jahrhundert den Sachsen-Lauenburger Herzögen. Nachdem diese jedoch unter einem extremen Geldmangel litten, verpfändeten sie die an die beiden Hansestädte Lübeck und Hamburg.

1401 wendete sich das Blatt. Gewaltsam brachten die Herzöge das Gebiet wieder in ihren Besitz, ohne hierfür zu bezahlen. 19 Jahre später, im Jahr 1420, gelang es den Hansestädten jedoch ebenfalls, das Gebiet zurückzuerobern. Hinzu kamen auch Riepenburg und Bergedorf.

Seit dem Jahr 1868 gehört Vierlande offiziell zur Hansestadt Hamburg, zunächst als Teil der Landherrenschaft Bergedorf.

Es ist belegt, dass bereits im 12. Jahrhundert erste Eindeichungen vorgenommen wurden. Dies war wichtig, um die Vierlande vor den Hochwassern zu schützen. Im Zuge des Deichbaus wurde zudem der Elbe-Flusslauf begradigt, sodass der hauptsächliche Anteil des Wassers von nun an durch die Nordelbe floss.

Vor allem die großen Seeschiffe profitierten von einem deutlichen Vorteil, denn sie konnten den Hamburger Hafen von nun an deutlich einfacher erreichen. Der Hafen, der sich an der Süderelbe befindet, versandete hingegen im Laufe der Jahre.

Landwirtschaft in der Vierlande

Die Vierlande ist seit jeher für die Landwirtschaft bekannt. Waren es im 17. und 18. Jahrhundert vor allem Hopfen und Gerste, die angebaut wurden, baut man heute vor allem Gemüse, Obst und Blumen an. Verkauft wurden die Produkte von den Bauern selbst, und zwar auf den Wochenmärkten der Hansestadt Hamburg.

Ein Verkaufsschlager war zudem der Handel mit Blutegeln, der im 19. Jahrhundert durchgeführt wurde. Vor allem Apotheker nutzten diese Blutegel, denn diese wurden als Heilmittel angepriesen.

Sehenswürdigkeiten in der Vierlande

Rieckhaus

Das Rieckhaus ist ein Freilichtmuseum, welches sich in Curslack befindet. Es wurde im Stil eines Fachhallenhauses errichtet und gilt heute als eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten der Vierlande. Das Rieckhaus ist Bestandteil der Bergedorfer Museumslandschaft.

Kirchen

Die Vierlande  – also die vier Kirchenspiele – umfassen die folgenden Kirchen.

  1. Die St. Johannis Kirche in Neuengamme
  2. Die St. Nicolai Kirche in Altengamme
  3. Die St. Johannis Kirche in Curslack
  4. Die St. Severini Kirche in Kirchwerder

Naturschutzgebiete

Zur Vierlande gehören insgesamt vier Naturschutzgebiete, die die Hamburger zum Verweilen und Erholen einladen. Hierzu gehören:

  1. Kirchwerder Wiesen
  2. Zollenspieker
  3. Kiebitzbrack
  4. Borghorster Elblandschaft

Mühlen

Im Gebiet der Vierlande liegen zwei Mühlen, und zwar die Rippenburger Mühle und die Korkerwindmühle, die sich in der Nähe des Rieckhauses befindet.

KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Die KZ-Gedenkstätte wurde an dem Ort errichtet, an dem sich einst das Konzentrationslager Neuengamme befand. In den Jahren 1938 bis 1945 waren mehr als 100.000 Opfer im KZ Neuengamme inhaftiert. Etwa die Hälfte starb.

Quelle: Wikipedia