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Die Speicherstadt – die Stadt aus Speichern. Direkt am Hamburger Hafen liegt einer der bedeutsamsten und geschichtsträchtigsten Orte in der Hansestadt. Wer sie entdecken will, findet nicht nur tolle Sehenswürdigkeiten und Museen, sondern fühlt sich auch ein wenig zurückgesetzt ins Hamburg der 1920er bis 1940er Jahre.

Eindrücke aus der Speicherstadt

Weltweit größtes Lagerhausensemble

Der Bau begann 1883 und endete gegen Ende der 1920er Jahre. Für die Errichtung benötigte es um die 3,5 Millionen Eichenpfähle, die zwischen den südlich zur Innenstadt gelegenen Elbinseln Kehrwieder und Wandrahm angesiedelt wurden und auf denen sie bis heute noch steht.

Gedacht war sie, damit Kaufleute eine Möglichkeit hatten, ihre Waren zollfrei lagern und veredeln zu können. Das bedeutete für viele Menschen allerdings auch den Verlust ihres Heims, denn hierfür mussten viele Häuser abgerissen werden. Diese zogen vor allem nach Winterhude, Horn, Barmbek oder Rothenburgsort – trotz höherer Preise und einem aufwendigeren Arbeitsweg.

In der Geschichte musste die Speicherstadt sowohl Brände als auch den Ersten und Zweiten Weltkrieg durchmachen, was nicht immer gut ausging. Der Zweite Weltkrieg zerstörte über die Hälfte der Gebäude, die glücklicherweise ziemlich detailgetreu wieder aufgebaut werden konnten, aber auch neue hervorbrachte.

Die moderne Speicherstadt

Mittlerweile ist die Speicherstadt kein großes Lager mehr, dafür sind trendige Werbeagenturen, tolle Gastronomen, Museen und Ausstellungen in die Häuser gezogen, die dieses Hamburger Fleckchen zu einem Ballungszentrum für allerlei Interessen machen.

40. deutsches UNESCO-Weltkulturerbe

Die wunderschöne Speicherstadt hat es, gemeinsam mit dem Kontorhausviertel inklusive Chilehaus, am 5. Juli 2015 zum 40. deutschen UNESCO-Weltkulturerbe geschafft.

Die Besonderheit, die zu dieser ehrenvollen Ernennung führte, liegt unter anderem darin, dass die Gebäude und Ensembles „bedeutsame Abschnitte der Menschheitsgeschichte versinnbildlichen.“ Die Speicherstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe aufsteigen zu lassen, zeigt, dass die ein „Meisterwerk menschlicher Schöpfungskraft von universellem Wert“ ist. Ihr „Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken und das benachbarte Kontorhausviertel bilden gemeinsam ein einzigartiges Beispiel eines funktional zusammenhängenden Bereichs mit Warenhäusern und Büros, typisch für eine historisch gewachsene Hafenstadt“, heißt es auf der Seite der UNESCO.

Noch ein Grund mehr, sich die Speicherstadt anzusehen, wenn ihr in Hamburg unterwegs seid. Dank der zentralen Lage in der Innenstadt könnt ihr von da aus z. B. an die Landungsbrücken ziehen, auf den Kiez oder ganz woanders hin.